Heimat #6: Soto Banjar (Stefanie Djie, Singapur / Indonesien)

19. Sep. 2026

Vielleicht ist Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl: Sie entsteht in Erinnerungen, in Gerüchen, in Gerichten, die etwas in uns berühren, bevor wir überhaupt Worte dafür haben. In dieser Serie widmen wir uns wechselnden Klassikern, die nach Heimat schmecken – aus unterschiedlichen Küchen, aus unterschiedlichen Biografien. Inspiriert von den Menschen, mit denen wir hier in Berlin leben und arbeiten. 

Mehr über unsere Heimat-Serie lesen Sie hier.

Heimat #6: Soto Banjar (Stefanie Djie, Singapur / Indonesien)

Wenn es ein Gericht – oder besser: ein Genre von Gerichten – gibt, bei dem kulturübergreifend erstaunliche Einigkeit darüber herrscht, dass es familiäre Gemütlichkeit herzustellen vermag, dann ist das wohl die gute alte Hühnersuppe. Im sechsten Teil unserer Heimat-Serie widmen wir uns einer indonesischen Spielart: Der Soto Banjar, deren prägende Aromen von Zimt und Muskatnuss eine hoffentlich versöhnliche Wärme in den usseligen Berliner Herbst bringen.

Rezeptpatin ist dieses Mal Stefanie Djie, Freundin des nobelharten Hauses und eine der Betreiber*innen der Naturweinbar Skin Contact an der New Yorker Lower East Side. Geboren und aufgewachsen ist sie in Singapur als Kind malaysischer und indonesischer Eltern; seit drei Jahren lebt und liebt sie in Berlin.

Soto Banjar also. Das ist, wenn wir kurz kulinarische Ethnographie betreiben wollen, die Soto der Banjar aus Süd-Kalimantan in Indonesien – eine ganz spezielle Variante einer ungemein vielgestaltigen Suppenfamilie, mit ihrem eigenen charakteristischen Gewürzprofil und ihrer eigenen Tradition. Im Hause Djie hieß die Soto Banjar allerdings ganz einfach: Soto. Die Suppe eben. Welche auch sonst? 

Erst als wir Stefanie baten, das Rezept für unsere Heimat-Serie mitzubringen, begann sie sich genauer damit zu beschäftigen, woher eigentlich die Suppe kam, die ihr Vater am Wochenende kochte, wenn genug Zeit dafür war. Was wir hier also ordentlich als Soto Banjar ausweisen, brauchte am heimischen Tisch weder Herkunftsbezeichnung noch nähere Erklärung. Alle wussten schließlich, was gemeint war.

In der nobelharten Ausführung kommt unser Huhn von Norddeutschlands Geflügelpapst Lars Odefey, die frittierten Kartoffelklöße und sonstiges Gemüse natürlich aus der sandigen Erde Brandenburgs. Ansonsten halten wir es beim Servieren so wie im Hause Djie: Die fertige Suppe gibt es streng genommen gar nicht. Brühe, Huhn, Ei, Kohl und Kartoffelklöße kommen zunächst getrennt auf den Tisch, dazu Chili, Limette und Kecap Manis, jene tiefdunkle, süße indonesische Sojasauce, bei der mit Zucker nicht eben zimperlich umgegangen wird.

Wie daraus die eigene Soto wird, bleibt dann Ihnen überlassen. Mehr Limette, ordentlich Chili, ein großzügiger Schuss Kecap Manis oder eben nur ein bisschen: Schon am Familientisch schmeckte jede Schüssel ein wenig anders. Und so soll es auch bei uns am Tresen sein.

Ausgerechnet an diesem Tresen, könnte man sagen. Denn gleich an ihrem ersten Abend nach dem Umzug nach Berlin vor drei Jahren saß Stefanie im Nobelhart. Hierher verschlagen hatte es sie aus dem denkbar besten Grund: Die Liebe. Die Liebe zu ihrem Partner, wohlgemerkt; mit Berlin selbst habe sie sich zunächst etwas schwerer getan.

„Berlin ist nicht hübsch wie Paris, nicht sonnig wie Kalifornien und nicht einmal besonders kosmopolitisch.“ Aber eines, räumt Stefanie ein, sei die Stadt durchaus: transformativ. Wer sich hier wirklich zu Hause fühlen wolle, könne nicht einfach passive*r Konsument*in bleiben, sondern müsse sich einbringen, Beziehungen knüpfen, Teil einer Gemeinschaft werden. „Man kann hier viel Schönheit finden, aber es braucht etwas in einem selbst, um sie überhaupt zu sehen“, sagt Stefanie. Für sie liegt diese Schönheit vor allem in den Begegnungen mit Menschen und in den Orten, an die sie immer wieder zurückkehrt.

Einer davon ist das Nobelhart geworden – weit weg von Singapur und, mit der Soto ihrer Kindheit auf dem Tisch, für ein paar Monate doch etwas näher dran.

Was:
Heimat #6: Soto Banjar (Stefanie Djie, Singapur / Indonesien)

Wann:
Montag bis Donnerstag, ab 5. Oktober bis 26. November 2026.
18:00 Uhr – 20:15 Uhr
21:00 Uhr – Ende

Preis:
39,00 € pro Person für Soto Banjar (inklusive Nachschlag) plus Wegzehrung sowie Brita-Tafelwasser (sprudelnd & still).

Natürlich können Sie auch weitere Gänge aus unserer aktuellen Speisenfolge dazu bestellen.

Anmeldung:
Über den Link

Allergien & Ernährung:
Wenn Sie Freund*innen mitbringen möchten, die kein Fleisch essen, dann finden wir sicherlich einen passenden Gang von der aktuellen Speisenfolge – von der Soto Banjar gibt es allerdings keine vegetarische Version. Allergene, um die wir bei der Soto Banjar nicht drumherum kommen, sind: Zwiebelgewächse, Knoblauch, Sellerie, Huhn, Ei, Soya, Hülsenfrüchte

Getränke:
Sie trinken, wonach Ihnen der Sinn steht – unsere Getränkekarte ist groß genug. Oder Sie lassen sich etwas empfehlen: Wir haben einige spannende Flaschen und offene Weine vorbereitet. Und für alle, die sich nicht unbedingt die Ritterrüstung verbeulen wollen, gibt es selbstverständlich auch Alkoholfreies, etwa unseren kalten Verbeneaufguss.

 

Heimat #6: Soto Banjar (Stefanie Djie, Singapur / Indonesien)

19. Sep. 2026

Vielleicht ist Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl: Sie entsteht in Erinnerungen, in Gerüchen, in Gerichten, die etwas in uns berühren, bevor wir überhaupt Worte dafür haben. In dieser Serie widmen wir uns wechselnden Klassikern, die nach Heimat schmecken – aus unterschiedlichen Küchen, aus unterschiedlichen Biografien. Inspiriert von den Menschen, mit denen wir hier in Berlin leben und arbeiten. 

Mehr über unsere Heimat-Serie lesen Sie hier.

Heimat #6: Soto Banjar (Stefanie Djie, Singapur / Indonesien)

Wenn es ein Gericht – oder besser: ein Genre von Gerichten – gibt, bei dem kulturübergreifend erstaunliche Einigkeit darüber herrscht, dass es familiäre Gemütlichkeit herzustellen vermag, dann ist das wohl die gute alte Hühnersuppe. Im sechsten Teil unserer Heimat-Serie widmen wir uns einer indonesischen Spielart: Der Soto Banjar, deren prägende Aromen von Zimt und Muskatnuss eine hoffentlich versöhnliche Wärme in den usseligen Berliner Herbst bringen.

Rezeptpatin ist dieses Mal Stefanie Djie, Freundin des nobelharten Hauses und eine der Betreiber*innen der Naturweinbar Skin Contact an der New Yorker Lower East Side. Geboren und aufgewachsen ist sie in Singapur als Kind malaysischer und indonesischer Eltern; seit drei Jahren lebt und liebt sie in Berlin.

Soto Banjar also. Das ist, wenn wir kurz kulinarische Ethnographie betreiben wollen, die Soto der Banjar aus Süd-Kalimantan in Indonesien – eine ganz spezielle Variante einer ungemein vielgestaltigen Suppenfamilie, mit ihrem eigenen charakteristischen Gewürzprofil und ihrer eigenen Tradition. Im Hause Djie hieß die Soto Banjar allerdings ganz einfach: Soto. Die Suppe eben. Welche auch sonst? 

Erst als wir Stefanie baten, das Rezept für unsere Heimat-Serie mitzubringen, begann sie sich genauer damit zu beschäftigen, woher eigentlich die Suppe kam, die ihr Vater am Wochenende kochte, wenn genug Zeit dafür war. Was wir hier also ordentlich als Soto Banjar ausweisen, brauchte am heimischen Tisch weder Herkunftsbezeichnung noch nähere Erklärung. Alle wussten schließlich, was gemeint war.

In der nobelharten Ausführung kommt unser Huhn von Norddeutschlands Geflügelpapst Lars Odefey, die frittierten Kartoffelklöße und sonstiges Gemüse natürlich aus der sandigen Erde Brandenburgs. Ansonsten halten wir es beim Servieren so wie im Hause Djie: Die fertige Suppe gibt es streng genommen gar nicht. Brühe, Huhn, Ei, Kohl und Kartoffelklöße kommen zunächst getrennt auf den Tisch, dazu Chili, Limette und Kecap Manis, jene tiefdunkle, süße indonesische Sojasauce, bei der mit Zucker nicht eben zimperlich umgegangen wird.

Wie daraus die eigene Soto wird, bleibt dann Ihnen überlassen. Mehr Limette, ordentlich Chili, ein großzügiger Schuss Kecap Manis oder eben nur ein bisschen: Schon am Familientisch schmeckte jede Schüssel ein wenig anders. Und so soll es auch bei uns am Tresen sein.

Ausgerechnet an diesem Tresen, könnte man sagen. Denn gleich an ihrem ersten Abend nach dem Umzug nach Berlin vor drei Jahren saß Stefanie im Nobelhart. Hierher verschlagen hatte es sie aus dem denkbar besten Grund: Die Liebe. Die Liebe zu ihrem Partner, wohlgemerkt; mit Berlin selbst habe sie sich zunächst etwas schwerer getan.

„Berlin ist nicht hübsch wie Paris, nicht sonnig wie Kalifornien und nicht einmal besonders kosmopolitisch.“ Aber eines, räumt Stefanie ein, sei die Stadt durchaus: transformativ. Wer sich hier wirklich zu Hause fühlen wolle, könne nicht einfach passive*r Konsument*in bleiben, sondern müsse sich einbringen, Beziehungen knüpfen, Teil einer Gemeinschaft werden. „Man kann hier viel Schönheit finden, aber es braucht etwas in einem selbst, um sie überhaupt zu sehen“, sagt Stefanie. Für sie liegt diese Schönheit vor allem in den Begegnungen mit Menschen und in den Orten, an die sie immer wieder zurückkehrt.

Einer davon ist das Nobelhart geworden – weit weg von Singapur und, mit der Soto ihrer Kindheit auf dem Tisch, für ein paar Monate doch etwas näher dran.

Was:
Heimat #6: Soto Banjar (Stefanie Djie, Singapur / Indonesien)

Wann:
Montag bis Donnerstag, ab 5. Oktober bis 26. November 2026.
18:00 Uhr – 20:15 Uhr
21:00 Uhr – Ende

Preis:
39,00 € pro Person für Soto Banjar (inklusive Nachschlag) plus Wegzehrung sowie Brita-Tafelwasser (sprudelnd & still).

Natürlich können Sie auch weitere Gänge aus unserer aktuellen Speisenfolge dazu bestellen.

Anmeldung:
Über den Link

Allergien & Ernährung:
Wenn Sie Freund*innen mitbringen möchten, die kein Fleisch essen, dann finden wir sicherlich einen passenden Gang von der aktuellen Speisenfolge – von der Soto Banjar gibt es allerdings keine vegetarische Version. Allergene, um die wir bei der Soto Banjar nicht drumherum kommen, sind: Zwiebelgewächse, Knoblauch, Sellerie, Huhn, Ei, Soya, Hülsenfrüchte

Getränke:
Sie trinken, wonach Ihnen der Sinn steht – unsere Getränkekarte ist groß genug. Oder Sie lassen sich etwas empfehlen: Wir haben einige spannende Flaschen und offene Weine vorbereitet. Und für alle, die sich nicht unbedingt die Ritterrüstung verbeulen wollen, gibt es selbstverständlich auch Alkoholfreies, etwa unseren kalten Verbeneaufguss.